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Fünf Jahre Dokumentation

Naturschutzgruppe Ober-Lais bereitet Erforschung des Gartenrotschwanzes vor

40 Nistkästen aufgehängt.

Kreisanzeiger für Wetterau und Vogelsberg, 14.02.2017

OBER-LAIS - (red). Wenn der Gartenrotschwanz aus seinem Winterquartier in Zentralafrika nach Europa zurückkehrt, ist man in Ober-Lais schon gerüstet. Die Naturschutzgruppe hat im Rahmen der Hessischen Biodiversitätsstrategie im Wetteraukreis für den – nicht mit dem Hausrotschwanz zu verwechselnden – Singvogel 40 Nistkästen in verschiedenen Ausführungen aufgehängt. Es soll erforscht werden, welchen Nistkastentyp und welche Standorte der Höhlenbrüter bevorzugt. Über einen Zeitraum von fünf Jahren werden die nummerierten Nistkästen beobachtet und deren Annahme, Belegung und Anzahl der Gartenrotschwänze dokumentiert.

Seinen Namen verdankt der im April zurückkehrende Vogel seinem bevorzugten Lebensraum in Gärten und am Ortsrand sowie der auffallend roten Brust des Männchens und den charakteristischen roten Schwanzfedern. Die Bestandszahlen des Gartenrotschwanzes sind rückläufig. Neben der Zerstörung seines Lebensraumes hierzulande ist der Gartenrotschwanz durch Pflanzenschutz- und Insektengifte in den afrikanischen Winterquartieren bedroht.

Zudem brachten die Ober-Laiser Naturschützer größere Nistkästen für Dohlen an. Die Nisthilfen wurden in einer beeindruckenden Kletteraktion von Kevin Theis in schwindelnder Höhe angebracht. Im Vorfeld hatte Revierförster Matthias Fürer den Naturschützern einen Bereich zugewiesen, in dem in den kommenden Jahren keine Fällungen vorgenommen werden und die Vögel ungestört sind.

Verlassene Höhlen

Der sozial lebende Rabenvogel mit dem grauen Hinterkopf sucht sich in der Natur passende Baumhöhlen und bedient sich gerne als „Nachmieter“ verlassener Schwarzspechthöhlen. Da die Dohle als Koloniebrüter die Nachbarschaft von Artgenossen benötigt, wurden jeweils gleich mehrere Nistkästen in unmittelbarer Nähe zueinander an einem Baum montiert. Die Naturschutzgruppe wird auch hier den Erfolg kontrollieren und dokumentieren.

Der Gartenrotschwanz und die Dohle stehen auf der Roten Liste bedrohter Tierarten. Deshalb hofft die Ober-Laiser Gruppe auf eine gute Annahme und Belegung durch die gefährdeten Vögel. Schließlich gab es noch Nisthilfe für einen Habicht. So wurde ein aus Weiden geflochtenes Nest auf einen Baum am Waldrand gebracht. Nun beobachten die Naturschützer gespannt, ob der Greifvogel das Nest annehmen und dort seine Jungen aufziehen wird.

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